Schade war an diesem großartigen Abend nur Eines! Nämlich dass wir auf FLABBY CHEEKS verzichten mussten, weil sich Bassist Simon die Hand verletzt hatte.
Wie immer, wenn der Popmotor in Koblenz gastiert, hatten sich Tristan und Benedikt von Jimmy Carter bestens um den Empfang unserer geschätzten Bands bemüht und sich anschliessend noch mit Prison Mind Frontmann Thilo Distelkamp (verpasst die Band nicht auf Deutschlandtour mit 4 Lyn oder beim MAIR1 Festival) und Routinier Christian Jungbluth vom Label/Studio StimmAkkord an den großen Jurytisch gesetzt.
DROP THE SUBJECT sorgten für den musikalischen Auftakt im sich schnell füllenden Circus, und sie taten genau das, was ein Opener tun sollte, Ladies and Gentlemen. Sie starteten mit Energie und großer Spielfreude in ein Set aus bestens zusammengestellten poppigen Highlights ...mal rockiger á la Paramore, mal punkiger im Blink 182 Style und immer ganz entertainend und immer ganz bei der Sache. Wir waren wirkiich beindruckt vom eigenständigen Stilmix der jungen Musiker plus charmanter Frontlady Simone und ihrem mehr als souveränen Umgang mit dem Thema musikalisches Handwerk, wenn es ums Instrumentale aber auch um Dynamik und eine Performance geht, die wirklich auch eine ist. Die Fünf schafften es deshalb im Nu, unser Publikum zu ihrer ganz persönlichen Party einzuladen. Und wer den Raum kurz verliess, fand ihn schon einen Song später feiernd, tanzend und klatschend wieder. Sonderpunkt des Abends geht übrigens an Drummer Manu, der einen beneidenswert exakten und schiebenden Beat beitrug, den man sich Geld nicht kaufen kann! Ganz GROß!
CELEBRATE SIMON setzen anschliessend auf Brit Pop als Überbegriff, waren aber ausserdem auch die großen Spannungsträger des Abends. Wie sie es machten, daß man sich nach jedem Song bereits neugierig fragte, was der nächste bringt, bleibt ihr Geheimnis. Denn auch wenn sie sich an den bekannten Vorbildern von Arctic Monkeys über Bloc Party bis hin zu den neuen Brit - Helden Two Door Cinema Club orientieren, hatten sie so witzige, unerwartete, einfallsreiche und vor allem viiiiiele Ideen, dass es einfach ein ungeheuer abwechslungsreiches Vergnügen für Ohren und Augen war, diese begabte Band bei der Arbeit zu zu sehen. Am Ende eines ausserdem temporeichen Sets hatten wir den Eindruck, noch lange nicht alles gehört zu haben, was diese Band kann. Besser kann's für eine Combo ja kaum laufen! Wir sagen DANKE!
THE ALAN WATERS schlugen ihr Zelte auf einem inzwischen ziemlich ausgelassenen CIRCUSplatz auf, um dann 20 heisse Minuten lang back to the roots dem Gott des guten alten Rock'n Roll zu huldigen. Alles was man dazu braucht, hatten die Jungs dabei. Lässig laszive Beats authentisch präsentiert, dark-bluesige Songs wie aus einem amerikanischen Road Movie und einen smarten Frontmann, der uns das Ganze wie geschnitten Brot verkaufte, als wären die Herren schon seit Jahrzehnten auf der Route 66 unterwegs oder mindestens schon in Woodstock gewesen. Schicke Harpeinlagen garnierten dieses geradezu unverschämt coole Vergnügen, denn jeder Ton saß, und THE ALAN WATERS brachten auch fürs Publikum alles auf den buchstäblich "springenden" Punkt. Denn das war einfach hingerissen. Uns gefiel dabei besonders diese Prise Tarantino like Attitude, die das Ganze zu einem Magic Moment machte.
Mit einem Paukenschlag beendeten COHESION begleitet von einem Bus hingebungsvoller Fans einen mehr als aufregenden Konzertabend. Obwohl die Trierer erst wenige Monate zusammenspielen, fackelten sie routiniert ein wahres Party Feuerwerk ab, dass keinerlei Unsicherheit erahnen liess. Von der Begeisterung ihrer Fans beflügelt servierten sie selbstsicher grandiose Partykracher in poppig rockigen Gewand hier und da, wo's passt eingefärbt von Indie/Alternativphrasen, die das Ganze dann sehr persönlich machten. Überhaupt war Melodie Trumpf bei COHESION, die geradezu hymnisch komponieren können, ohne ihren gandenlosen Groove zu verlieren. Hier wissen Musiker, was sich gut mitsingen und vor allen Dingen auf den ersten Blick/auf's erste Hören lieben lässt. Und auf der Woge der Begeisterung flogen die Fünf durch ein wirkliches Knallerset. Hier kommt noch was auf uns zu, meine Damen und Herren!!
Unsere geschätzten Juroren berieten sich sorgfältig und machten sich anschließend zur ausführlichen Beratung unserer Bands bereit, während Frau Popmotor wieder einmal allen Grund hatte, Danke zu sagen...
.....an alle talentierten Bands (mit denen sie auch einige so interessante Gespräche führen durfte), an den Circus und seine tolles Team (Hello Andreas, Stefan, Marlon und Tobi), an das mehr als fantastische Publikum und natürlich an besagte hingebungsvolle Jury, auf die wir angesichts von Contests, die entweder gar keine haben (warum wohl?)oder bei denen sie auch schonmal, wie wir hörten, aus Türstehern und dem Veranstalter selbst besteht (Hallo Kollegen, gute Arbeit! Ironie aus!), bei jeder einzelnen Runde besonders stolz sind.
Ins Viertelfinale brachte dieser denkwürdige Abend THE ALAN WATERS (1.Platz) und CELEBRATE SIMON (2.Platz). Wir gratulieren!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich sagte es ja schon bei meinem ersten Saison Review: Wir freuen uns bei POPMOTOR immer besonders, wenn wir Bands und Musiker/innen, die wir kennenlernen, nicht aus den Augen verlieren. Manche spielen in jeder Saison wieder mit, manche begleiten wir bis in den Musikerberuf, manche kommen als Juroren wieder. Nach 10 Jahren Popmotor gibt es von allen diesen schönen Fällen nicht wenige.
Gleich mehrere Varianten hatte der 10.März für uns in petto.
Schon die erste Band bestand aus guten POPMOTOR Bekannten, denn THE LEAPS aus Bonn mit ihrer zauberhaften, charismatischen Frontlady Sadaf gaben uns bereits zum dritten mal die Ehre, und sind längst ein Teil des POPMOTOR Stammbaums. Ausserdem durften wir nämlich in der letzten Saison Drummer Max mit seinen großartigen BEAUTIFUL VILE in unser Halbfinale schicken und gleichzeitig an unsere Freunde vom GREEN JUICE Festival empfehlen. Aber auch Colin von den LEAPS konnten wir mit seinem Sprechgesang Projekt in unserem Club Ahorn auf der Bühne erleben. Hier und heute boten uns die wie immer wundervoll leidenschaftlich intonierende Lady plus die handwerklich tadellos zu Werke gehenden inspirierten Gentlemen wie gewohnt allerfeinsten Pop mit eindrücklichen Texten, und das Ganze dieses mal unplugged. Ein ganz neues LEAPS Erlebnis mit Cajon und Akustikgitarren, und in seiner loungigen Gelassenheit keineswegs weniger souverän. Addieren konnten wir noch eine wundervolle Atmosphäre, die das Zuhören und Miterleben von musikalischen Kostbarkeiten zu einem kammermusikalischen Erlebnis machte.
VELO fanden das Feld also schon bestens bestellt vor, als sie kurze Zeit später die Bühne übernahmen. Bereits von den ersten Tönen an offenbarten die 4 Rheinland Pfälzer eine geradezu wundersame Fähigkeit, den staunenden Raum mit funkelnden, leidenschaftlichen und ganz exquisit gespielten tiefroten Songjuwelen zu füllen. Bedeutsame deutsche Texte interpretierten und begleiteten das Gehörte, und auch die Bühnenpräsenz des eingespielten Quartetts beeindruckte uns zutiefst. Eine bereits ganz runde und sich ihrer selbstgewählten Mission bestens bewusste Band, die ab jetzt 20 Minuten lang die Atmosphäre dieser Vorrunde verzauberte. Wieder, wie schon in der zweiten Vorrunde, hörten wir die mittlerweile zum universalen Stilmitel gewordenen dynamische Steigerungen Dredg'igen Ursprungs, aber auch Radiohead- würdige Vielschichtigkeit, und ein wenig wurden wir auch an unsere Local Heroes VOLTAIRE oder die Popmotor All Time Helden THIS APRIL SCENERY erinnert. Es bleibt uns allen der Eindruck einer ganz außergewöhnlich reifen Mischung aus geheimnisvoller Intimität und einladender Zugänglichkeit, die noch dazu handwerklich so kunstvoll umgesetzt war, daß es einfach eine Freude war und immer noch ist. Berührend.
Station drei des Abends gehört TRAFFIC JAM, die es, wie es einem immer mehr zum Ausnahmedate werdenden Konzert würdig ist, mühelos schafften, das contemplativ versunkene Publikum auf seine Seite zu ziehen. Auch bei den Kölner Jungs wurde es statt einspurig mehrdimensional und musikalisch anspruchsvoll, hier mit der Lizenz zum Mittanzen, lässigen Mitwippen und Mifeiern. Diesmal standen Bands wie THE STROKES, ARCTIC MONKEYS und ganz besonders FRANZ FERDINAND Pate, aber Frau Popmotor und ihr Team (und auch die werte Jury) begeisterten sich ganz besonders für die sensationellen Drums und das wirklich bemerkenswerte Timbre von Frontmann Felix. Ein ernster, bescheidener junger Mann mit einer reifen, suggestiven, einfach nur unfassbar coolen Stimme, mit der gerade die gewagten langen Melodiebögen (die sich ja meist keiner traut) großartig gelangen, und die auf jeden Fall den "Best Vocals Award" des Abends verdiente. Seine Kollegen unterstützten mit tollen Arrangements, sich spannungsvoll ergänzenden Gitarren, und der Fähigkeit, aus allen tollen Ideen phantastische, eingängige Songs zu basteln, die man wirklich noch braucht jenseits von allem "hab ich schon mal gehört". Wir jedenfalls bekamen gar nicht genug!
Die Youngsters im Wettbewerb, unsere tollen KILLING GUITAR, enterten die Bühne, um ihre bestens aufgewärmten Fans , die bereits mit Sprechchören und selbst gemalten Plakaten auf ihre Lieblinge warteten, zu begeistern. Und wie ambitioniert die Fünf aus Lohmar da zu Werke gingen, war schon eine echte Freude!! Mit 2 Gitarren, Keyboard und jeder Menge abwechslungsreichen Songs im Gepäck machten sie es sich auch keineswegs einfach, sondern präsentierten sich als begabte Performer (allen voran Frontmann Joshua) und besonders talentierte Arrangeure. Überall blitzten tolle kreative Ideen, überraschende Wendungen, starke Refrains und jede Menge musikalisch erfinderisches Potential. Das Publikum tobte, die Fans waren glücklich, und wir hier sind uns GANZ sicher, dass wir von dieser Band noch Einiges hören werden!!
Als hätten sie's vorher gewusst, daß ihre unfassbare Energie und der maximale Output an Ausbruch und Entertainment genau jetzt das Richtige waren, um unser Publikum noch ein letztes mal zu Höchstleistungen zu pushen, übernahmen GOODBYE MAJORITY das Regiment des 5. Slots. Von 0 bis 100 in 3,5 Sekunden hieß vermutlich das Motto der Düsseldorfer, denn die Jungs konnten ihr bemerkenswertes Tempo während ihres ganzen Sets auf Knopfdruck starten und geradezu mühelos halten. Die Post ging ab mit rasanten Songs und ballernden Riffs zwischen knackigem Alternative, ultrarockend á la Kings Of Leon (nur noch heftiger!) und auch mal hymnisch punkig nach alter Green Day/Rise Against Schule. Wir vermerken: Immer cool, immer explosiv, immer volles Brett, immer im direkten und leidenschaftlich wilden Kontakt mit ihrem feiernden Publikum. By the way: GOODBYE MAJORITY sind gesegnet mit einem Frontmann, der auch wirklich einer ist. On Top sehen sie bei der Arbeit auch noch bestens aus. So muß das sein und nicht anders, ok?! :-)
Was will man da als Jury machen, meine Damen, meine Herren? Fünf Volltreffer, fünf mal großes Kino. Meine Popmotor Veteranen in der Jury, darunter Mario Dederichs, der schon vor 9 Jahren das erste mal selbst auf der Popmotor Bühne stand, inzwischen als Produzent und mit mehreren Bands ständig unterwegs ist, machte sich die Entscheidung ebensowenig einfach wie seine Kollegen, und man zog sich zur Beratung zurück.
Schliesslich entschlossen sich Jury und Publikum (in einer interessanten Kombi aus Erst- und Zweitstimmen) und hauchdünn im MINIMALEN Abstand (siehe "Ergebnisse") für TRAFFIC JAM auf dem ersten und VELO auf dem zweiten Platz!! Und auch bei der anschliessenden Beratung aller Bands gabs wie immer neben Tipps, Verbesserungsvorschlägen und allgemeinem Feedback jede Menge Lob für die Protagonisten eines wirklich denkwürdigen Popmotor Spektakels. Wir sagen DANKE!!!
Die Geschichtsschreiber der Popmotor Historie mögen entschuldigen, dass es heute eine kürzere Version der zu schildernden Ereignisse geben wird, nichts desto trotz soll allen wichtigen Höhepunkten Tribut gezollt werden :-).
MTC: bestens gefüllt trotz einiger Bands mit weiter und noch weiterer Anreise und einem Line Up mit nur vier Bands, weil die Grippe Welle wieder ihre Opfer gefordert hat. Draussen heute zum Glück etwas freundlicher, ausserdem fanden wir ausnahmsweise mal allesamt einen Parkplatz in Fussnähe, und das in der Kölner Südstadt :-)
SOUNDCHECKS: für jede Band und bestens gestaltet und unterstützt von unserem technischen Leiter vom Dienst, David Trapp und unserem tollen Multitasking Duo Peter und Dave.
OPENER: MIND TRAP mit dichter, atmosphärischer Musik, die uns alle von einem Moment auf den anderen auf Sound-Reise schicken. Schwelgende Gitarren, lange Melodiebögen, Dredg-iges (das hatten wir später noch einmal als Variation) Pathos, selbstsichere und total präsente Performance, on top ein ganz und gar eigener inspirierter künstlerischer Ansatz, umgesetzt mit perfektem und musik- nicht showdienlichem Handwerk. Unfassbar gut, Popmotor Liebe auf den ersten Ton! Wir wissen mal wieder, warum Popmotor ebenso schön ist wie spannend und immer wieder überraschend. Wer kann schon vorher wissen, wie intensiv man in diesen Abend starten könnte.
WEITER GEHT'S MIT: RESIDENCE NonAme, die so charmant in ihr Set starten, dass sie binnen Sekunden das MTC um den Finger wickeln. Zwischen Rock'n Roll-, Country- und Indie- Einflüssen garniert mit poppigem Folk kann man auch hier die ganz eigene Sprache der fünf Newcomer aus Köln und Memmingen erkennen. So viel Spass machen die eingängigen kleinen Hits der smarten Herzensbrecher, dass man sich der musikalischen Überzeugungskraft der federleichten Gitarren und originellen Vocals von RESIDENCE nonAme beim besten Willen nicht entziehen kann. Frau Popmotor fühlt sich besonders geehrt durch das ihr gewidmete Lied "Voulez Vous" und wird nachträglich noch ein bisschen rot, denn sie spricht französisch und versteht den Refrain :-).
RASANTE FAHRT: nehmen anschliessend die wild entschlossenen DREAD BURDEN auf, und beherrschen erstaunlich souverän die Balance zwischen ungestümen Energieausbrüchen und detailreichen Sound-Plateaus, die jede neue Entladung sorgsam und erfindungsreich vorbereiten. Überhaupt entpuppen sich die Herren aus Duisburg als Meister kunstvoll arrangierten Dynamik und erinnern wie MIND TRAP an die Zeiten, in denen DREDG noch gute Musik machten, haben aber, wenn man sie mit unsere ersten Band vergleichen mag, die rockigere und härtere Attitüde, vielleicht im Sinne von KINGS OF LEON oder BLACKMAIL. Letzeres verdanken sie nicht zuletzt der Ausnahmeleistung ihres Drummers und eines sich beeindruckend verausgabenden Frontmanns.
EIN PERFEKTER ABSCHLUSS: ... eines mehr als vielseitigen POPMOTOR Erlebnisses kommt von MAX UND PIERRE. Welch faszinierender Einstieg in ein wunderbares Set aus musikalischen Preziosen aus dem Singer /Songwriter Land!! Während Pierre jenseits von allen Folk Klischees bezaubernde Saiteneinfälle liefert und nebenbei auch noch mit den Füßen einen E-Bass spielt, präsentiert sich Max unter anderem auch als charismatischer Sänger und Mundharmonikaspieler, an dessen Lippen man hingerissen und gespannt hängt, um bloß keine Silbe der Texte zwischen entertainend und melancholisch zu verpassen. Überhaupt scheinen die zwei Kölner wirklich alles zu können, wenn man ihnen nur Zeit und eine Bühne schenkt.
UND DANN: ... berät sich unsere hingebungsvolle Jury und später auch ausdauernd die Bands (und wir alle gehen erst, als das MTC dann doch hinter uns abschliessen möchte) und GRATULIEREN noch auf dem Heimweg unseren zwei direkt ins Viertelfinale gewählten HELDEN: MAX UND PIERRE (1.Platz) und DREAD BURDEN (2.Platz)!!!!! Vielleicht sehen wir ja auch MIND TRAP noch einmal wieder, denn bekanntlich zählen wir ja am Ende der Vorrunde nach, und nehmen alle vier höchstplatzierten Dritten auch noch mit ins Kubana in Siegburg. Wir werden sehen.
EIN HOCH AUF DIE GEWINNER!!! EIN HOCH AUF ALLE BANDS DES ABENDS, UND EIN HOCH AUF UNSER PUBLIKUM!! OHNE EUCH... na, Ihr wisst schon :-)
Wenn erstmal drei Monate seit dem letzten POPMOTOR Konzert vergangen sind, kommt man sich als rechtschaffender und kurzzeitig verwaister Nachwuchsförderer ja schon ein wenig verlassen vor :-)
Und jedes mal steigt mit dem Näherkommen des ersten Saisontermins nicht nur das Lampenfieber- Thermometer unserer Bands, auch wir werden langsam kribbelig und warten angespannt auf den Start in ein neues POPMOTOR Universum. Denn jede Saison ist anders. Jede Saison hat quasi eine andere, eigene (Klang-) Farbe, eine andere Grundstimmung: eines der Contestgeheimnisse nach 10 Jahren POPMOTOR. Womit wir auch schon beim Thema wären: 10 Jahre ….. ein Jubiläum, was uns schon etwas aufgeregt und natürlich enorm stolz macht.
Und so war es eine wirklich großartige Sache, dass am vergangenen Sonntag so viele gute alte Bekannte aus vielen Jahren POPMOTOR im Publikum aber auch in der Jury zu finden waren.
10 Saisons zuvor habe ich seinerzeit die Jungs von DESERTED auf der Contestbühne kennen- und lieben gelernt. Nie werde ich vergessen, wie ich die ersten Takte ihres gleichnamigen Songs hörte, und gleich wusste: das ist LIEBE ;-) !!! Eine von nur zwei Bands übrigens, die es zweimal geschafft haben, in eines unserer Finale zu kommen, genau genommen dreimal, denn einmal auch als Special Guest.
Dass mittlerweile eine enge Freund- und Kollegenschaft daraus geworden ist, ist einer der großartigen Nebeneffekte unseres und meines Berufs.
Zusammen mit Severin Justen, Dozent der Modern Music School, sassen die Herren Björn Donath, Philipp Honrath, Philipp Immenkötter und Jens Fischer in unserer Jury, inzwischen ebenfalls als Dozenten für Gitarre, Schlagzeug, studierte Berufsmusiker, Komponisten, Studiomusiker und immer noch als DESERTED, die (wie habe ich sie immer angesagt?) „wunderbaren DESERTED!“
Auch in unserem Entstehungsjahr lernte ich Jurorin Johanna Klauser kennen, die mit THE BLACK SHEEP 2004 aber auch 2007 noch einmal bei uns war, bevor Roadrunner Records ihnen zum Major Deal verhalfen. Es folgte eine echte Erfolgsgeschichte: Tourneen mit IN EXTREMO, SOCIAL DISTORTION, SILBERMOND uvAm. Auftritte auf der ganzen Welt und bis hin nach Fernost und zurück und zwischendurch noch einmal als Special Guest beim POPMOTOR Finale. Bevor die Damen noch in diesem Jahr ihr neues Album veröffentlichen, spielten sie unlängst sogar zusammen mit einem 50-köpfigen Orchester. Wir sind so stolz, so eine Karriere mitverfolgt zu haben und immer noch dabei sein zu dürfen, wenn die Ladies trotzdem, und ihr alle habt's Sonntag erlebt, an die Basis zurückkehren, und wie Johanna begeistert als Jurorin und Coach(ette) den Nachwuchs unterstützen.
Auch Juror Mario Kleine kennen wir seit fast 10 Jahren, seinerzeit noch als Mitglied seiner Combo ACOUSTIC FRIDAY, danach als Komponist, Gitarrist, Texter und Arrangeur diverser erfolgreicher Bands, z.B. 4 BACKWOODS, mit denen er auch zahlreiche Tourneen spielte. Derzeit arbeitet Mario unter Anderem als Texter und Tourbegleiter für die Band FREI, die ab dieser Woche mit UNHEILIG auf Tournee geht.
Und so begleitet war es ein echtes Vergnügen und eine Ehre am Sonntag in unsere Premierenshow im knackevollen MTC zu starten und vier tolle neue Bands im Gepäck zu haben, die mit großen Ambitionen auf die POPMOTOR Krone ins Rennen gingen.
FROGCODILE aus Wuppertal eröffneten den nassen und kalten Kölner Abend mit wundervoll wärmenden, hochdynamisch und differenziert intonierten Grooveperlen. Ein bisschen Chili Peppers
vielleicht, ein bisschen Hendrix (wenn's nach der sprechenden Strat geht) , mal bluesig, sogar in Nuancen jazzig und immer mit der virtuos singenden Leadgitarre von Frontmann Dennis, der auch ein Händchen fürs Publikum offenbarte. Denn obwohl die Band in dieser Konstellation zum ersten mal auftrat, bandelte er in gelassener smarter Nonchalance mit unseren Gästen an, entertainte aufs Beste nicht nur mit den gelösten, weitläufigen Songs des Quartetts sondern auch im Zusammenspiel mit seinen Kollegen, die sich allesamt als routinierte Meister am Instrument präsentierten. Beeindruckendes Debut, meine Herren!
Die Hildener TUBE 76 entpuppten sich bei ihrem zweiten POPMOTOR Gastspiel ebenfalls als Publikums- Lieblinge. Trotz grippalem Handicap starteten die Jungs mit soviel Dampf in ihr Set, dass so manchem staunenden Zusschauer und – hörer Mund und Ohren offen standen. Am Jurytisch machte sich wohliges Lächeln breit, und bis in die hintersten Reihen wippten sich Publikanten und Publikantinnen durch ein tolles Set an Gute -Laune -Songs. Mit konstantem Drive lieferten Tube 76 ein gekonntes Stück junge Rockmusik ab, dem man keine Viren, dafür aber jede Menge ansteckende Spielfreude und große Leidenschaft für tolle Melodien anmerkte. Wir fanden es toll!
THE BOWLING PINS übernahmen ein allerbestens aufgewärmtes Publikum, das zusammen mit den fünf wilden Jungs aus dem RheinSieg- und Erftkreis gleich weiterfeiern konnte.
Denn die PINS waren in Sachen Punk- und Indie unterwegs, und beide tun bekanntlich Körper und Geist besonders gut. Viel Action auf der Bühne, tolle Songs, atemlose Übergänge, zwei bretternde Gitarren und ein Frontmann, der Spass an seinem Job hatte, waren die Zutaten für einen explosiven Cocktail, der das mittlerweile auf dem Siedepunkt angelangte MTC so richtig in Fahrt brachte. Wir ziehen den Sombrero!
MINDSLAVE aus Hilden teilten ihr Schicksal mit TUBE 76. Auch hier hatte der Wintervirus ein Opfer gefunden, und Frontlady Jessie musste größtenteils aufs Singen verzichten, war aber tapfer dabei, um hier und da wenigstens ein bisschen beisteuern zu können.
Hier teilte sich die musikalische Strasse in gleich mehrere Wege, die bekanntlich ja alle nicht nur nach Ro-m sondern auch nach Ro-ck führen. Mal etwas härter und direkter, mal etwas verspielter und mit tollen Einfällen, was Arrangements und den Aufbau ihrer Songs betraf, und mal in einer Kombination aus beidem, so dass man die tollen Paramore als Paten erkannte. Bei MINDSLAVE war es die Kunst ihres Einfallsreichtums, die Jury und Publikum gleichermassen beeindruckte.
Immer noch ein As im Ärmel rauschten die begabten Musiker/innen durch ihr spannendes Set und hinterliessen nichts als Wohlgefühl und Begeisterung.
Nebenbei konnte mit unserem David Trapp an den Reglern des Mischpults, der sowohl für uns als auch fürs MTC arbeitet, in Sachen Ton nur das Allerbeste passieren, so viel ist mal klar.
Am langen Jurytisch machte sich geschäftige Beratungs-stimmung breit, das Publikum eilte zur Wahlurne, und wir machten uns ans Zählen.
Kurze Zeit später, nachdem sich einmal mehr unsere Zweitstimmen als bedeutsam erwiesen, und alles die zweimalige Rechnungsprüfung unter Aufsicht durchlaufen hatte (jajaaa, Frau Popmotor hatte sich fast, ömmm, vertan! Wie gut, dass wir ein eingebautes Alarmsystem in unserem Rechen - Formular haben, dass auf dergleichen automatisch aufmerksam macht, danke Daniel!!!), stand es dann fest.
Vorläufig verabschieden mussten wir TUBE 76, die vielleicht als eine der vier bestplatzierten Dritten in den Wettbewerb zurückkehren könnten, die wir noch ins Viertelfinale mitnehmen.
Auf dem zweiten Platz machten die großartigen FROGCODILE eine tolle Figur und MINDSLAVE eroberten sich souverän und strahlend den Spitzenplatz. Ein Wiedersehen gibt es im Mai im wundervollen Siegburger KUBANA.
Und bis dahin basteln unsere Bands bestimmt an den Ratschägen und Tipps, die die Jury geschlossen!!!, Ladies and Gentlemen, noch mehr als eine Stunde lang backstage an alle Musiker weitergab. In Einzelgesprächen und ausführlichen Analysen der Auftritte arbeiteten unsere Teilnehmer und Fachleute an Verbesserungsvorschlägen, aber auch an Lob und Anerkennung für tolle Musik, tolles Handwerk und einen gelungenen POPMOTOR Abend. Ich sag euch was: POPMOTOR ist schöööön!! Bis in vier Wochen, dann nochmal im MTC!!! See ya...